Porträt – Sportlerinnen im Rampenlicht

Der 24. Januar ist der Internationale Tag des Frauensports 

Ein perfekter Anlass für uns, vier beeindruckende Frauen ins Rampenlicht zu stellen. Vier Sportlerinnen mit außergewöhnlichen Wegen und unerschütterlicher Entschlossenheit. Sie wachsen täglich über sich hinaus, verfolgen ihre Ziele mit Leidenschaft – und verdienen unseren größten Respekt.  

Ob zu Wasser, zu Land oder in der Luft: Frauen haben Durchhaltevermögen und Kampfgeist im Überfluss!  

Sam Davies, Clarisse Crémer, Cécile Bertin und Gloria Nasr haben sich unserem Interview gestellt und offen über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Antriebe gesprochen.  

Also los geht’s – Go Girls!

 

(*Ziel dieses Internationalen Tags des Frauensports, der von mehreren Ministerien und Verbänden unterstützt wird, ist es, Sportlerinnen sichtbarer zu machen, kommende Generationen von Sportlerinnen zu inspirieren und die Debatte über Gleichberechtigung und Chancengleichheit in der Sportberichterstattung neu anzustoßen.*) 

Sam Davies

Mein Sport: Hochseesegeln (Volvo Ocean Race, Vendée Globe usw.)

Wie ist diese Leidenschaft entstanden?  

Schon bei meiner Geburt – sie war von Anfang an da!

Mein Trainingsalltag und meine tägliche Motivation:

Momentan bin ich vor allem körperlich im Training, weil sich das Boot gerade im Umbau befindet. Ich arbeite mit am Boot und eng mit dem Team zusammen, um die Werftphase zu begleiten und mich mit dem neuen Setup vertraut zu machen.  

Ich verbringe auch viel Zeit mit unseren Partnern sowie mit der OrganisationMécénat Chirurgie Cardiaque, mit der ich in drei Wochen sogar auf Mission nach Burundi (Afrika) reise.  

Sobald das Boot wieder im Wasser ist, stehen nonstop Trainings und Regatten an. Ich bin Teil des *Pôle Finistère Course au Large*, wo regelmäßige Trainingscamps mit anderen Skippern organisiert werden.

Worauf ich am meisten stolz bin: 

Auf meinen 4. Platz beim Vendée Globe 2008/09. Außerdem war ich Skipperin des Team SCA beim Volvo Ocean Race 2014/15 – mit einem Etappensieg in Lorient, was ein unvergesslicher Moment war.

Mein Tipp für Sportlerinnen, die den nächsten Schritt machen wollen:  

Wenn du es wirklich willst, wirst du es schaffen! Dranbleiben, niemals aufgeben, hart arbeiten – aber dabei nicht vergessen, Spaß zu haben und jeden Moment zu genießen, auch wenn’s mal richtig schwer wird.

Das letzte Mal, dass ich Lyophilise & Co gegessen habe:

Bei der Transat Jacques Vabre 2017 (Lyophal, klar!) – und heute Morgen, während meiner Sporteinheit, als ich meine Elektrolyte ins Wasser gemischt habe.

Folgt Sam Davies hier: Facebook

Cécile Bertin

Mein Sport: 

Ultramarathon – am liebsten in der Wüste, aber nicht nur!

Wie ist diese Leidenschaft entstanden?

Alles begann mit dem Straßenlauf... Ich habe schnell die Distanzen gesteigert und nach meinem ersten Trail-Marathon in der Antarktis die Straße gegen die Trails eingetauscht. Ich träumte davon, für einen Ultramarathon dorthin zurückzukehren – aber dafür musste ich erst einige Ultras in den großen Wüsten dieser Welt absolvieren. Wie so viele bin ich mit dem Marathon des Sables eingestiegen – entdeckt hatte ich ihn damals in Paris Match. Und ab da gab’s kein Zurück mehr!

Mein Trainingsalltag und meine Motivation:  

Ich habe ehrlich gesagt keine feste Routine – und trainiere insgesamt eher wenig. Ich habe größere Rückenprobleme, deshalb schone ich mich und halte das Laufpensum niedrig. Stattdessen mache ich viel Home-Training – auf dem Rad, in meinem Keller!  

Meine Motivation? Eine ruhige Zeit für mich, während ich meine Lieblingsserien schaue! :)

Worauf ich am meisten stolz bin:  

Darauf, meinen Kindern gezeigt zu haben, dass alles möglich ist, wenn man es wirklich will und sich reinhängt. Ich finanziere alle meine Rennen über Sponsoring – das ist schon fast ein eigener Ultra! Als Frau und ohne Profi-Status ist das wirklich nicht einfach. Für mein letztes großes Projekt habe ich zwei Jahre gebraucht, um das nötige Budget zusammenzubekommen – aber ich habe nicht aufgegeben. Darauf bin ich wirklich stolz. Der Rest? Einfach ein Fuß vor den anderen in traumhaften Landschaften setzen!

Mein Tipp für Sportlerinnen, die den nächsten Schritt machen wollen:  

Glaubt zuerst an euch selbst – denn wenn ihr euch nicht vertraut, wird es schwer, andere zu überzeugen, euch zu unterstützen. Ignoriert die Zweifler, Neider und Pessimisten! Und vergesst nie: JederMarathon des Sables ist ein Spaziergang im Vergleich zu einer Geburt ohne Periduralanästhesie! :)

Das letzte Mal, dass ich Lyophilise & Co gegessen habe: 

Ich weiß nicht, ob ich das so offen sagen darf – aber ich arbeite viel von zuhause, und wenn es mal schnell gehen muss, greife ich gern in mein kleines Lyo-Lager, um mir das Kochen zu sparen!  

Also ehrlich gesagt: vor etwa einem Monat... :)  

Im Wettkampf war es zuletzt im Mai – bei einem Etappen-Ultra auf Hawaii, dem allerersten, der dort organisiert wurde.

Mehr über Cécile Bertin erfährst du hier: runfitfun.fr

Clarisse Crémer

Mein Sport: Hochseesegeln

Wie ist diese Leidenschaft entstanden?

Ich habe das Meer und die Natur schon immer geliebt – aber die Welt des Hochseesegelns habe ich erst vor zwei Jahren für mich entdeckt. Diese Disziplin ist unglaublich vielseitig und fordernd, und genau das hat mich sofort begeistert. Auch wenn man manchmal wirklich „durch die Hölle geht“!

Meine Trainingsroutine und tägliche Motivation: 

Ich mache an mehr als fünf Tagen pro Woche körperliches Training und versuche, so oft wie möglich aufs Wasser zu kommen, um weiter dazuzulernen. Aber Segeln ist viel mehr als nur Sport – es gibt unzählige Bereiche, in denen man ständig besser werden muss: Technik (zum Beispiel Reparaturen am Boot), Strategie, Wetterkunde, Entscheidungsfindung...  

Und wenn es mal hart wird oder die Motivation fehlt, stelle ich mir einfach vor, wie ich ganz allein auf See bin – und schon ist sie wieder da!

Worauf ich am meisten stolz bin:

Darauf, den Atlantik 2017 bei der Mini Transat ganz allein überquert zu haben – und dabei den 2. Platz von 55 Teilnehmern erreicht zu haben!

Mein Tipp für Sportlerinnen, die den nächsten Schritt machen wollen:

Sei super gründlich in deiner Vorbereitung!  

Aber: „Gründlich sein“ heißt nicht, sich selbst zu ernst zu nehmen ;)

Das letzte Mal, dass ich Lyophilise & Co gegessen habe:

Bei meiner Atlantiküberquerung im vergangenen November.  

Mein Favorit? Ganz klar: Risotto mit Hühnchen und Steinpilzen – und als Nachtisch ein Brownie!

Folge Clarisse Crémer hier:

www.clarissecremer.com
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Gloria NASR

Mein Sport: Laufen

Wie ist diese Leidenschaft entstanden? 

Ich suchte nach einem Sport, der zu mir passt – frei, unabhängig, ohne Orts- oder Zeitvorgaben. 2002 habe ich mit dem Laufen begonnen und seitdem nie wieder aufgehört.

Meine Trainingsroutine und tägliche Motivation:  

Bis letztes Jahr habe ich komplett nach Gefühl trainiert, weil mir klassische Trainingspläne oft zu starr und einengend waren. Seit einem Jahr versuche ich, einem Plan zu folgen – je nach Phase 4 bis 7 Einheiten pro Woche. Motivation fehlt mir so gut wie nie, egal bei welchem Wetter. Im Gegenteil – ich freue mich oft richtig aufs Laufen und darauf, ganz bei mir zu sein. Ich trainiere am liebsten allein.

Worauf ich am meisten stolz bin:  

Dass ich mir einen Traum erfüllt habe: 2013 bin ich eine transkontinentale Strecke von Paris nach Beirut gelaufen – 4150 km in 3 Monaten und 10 Tagen. Und ich werde alles tun, um meinen nächsten großen Traum wahr zu machen: eine transkontinentale Laufreise von Paris nach Peking. Mehr Infos dazu unter: [www.parispekin-en-courant.com](http://www.parispekin-en-courant.com)

Mein Tipp für Sportlerinnen, die den nächsten Schritt machen wollen:

Trau dich, den ersten Schritt zu machen. Wir alle tragen ungeahnte körperliche Ressourcen in uns. Denk immer daran: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht – sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

Mit Wille, Disziplin und Leidenschaft ist alles möglich!

Das letzte Mal, dass ich Lyophilise & Co gegessen habe:  

Beim Marathon des Sables in Peru vom 26. November bis 6. Dezember – da gab’s die gefriergetrockneten Gerichte.  

Und vor ein paar Minuten… habe ich meine Lieblings-Energieriegel gegessen: die Fuizion-Nussriegel – ich liebe sie einfach!

Mehr über Glorias Projekte erfährst du hier: site

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