Marathon des Sables: Ernährungstipps von Sandrine Nail-Billaud

Ernährung ist einer der Schlüssel zum Erfolg beim Marathon des Sables.

Sandrine Nail Billaud, Mitarbeiterin des Magazins Running Attitude und Apothekerin sowie Dozentin an der Universität Angers, hat 2021 zum ersten Mal an diesem legendären Rennen teilgenommen. In diesem Artikel teilt sie ihre Tipps, wie man die Ernährung während des Laufs optimal in den Griff bekommt.

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Sandrine Nail Billaud, 50 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, beratende Apothekerin bei Doc Morris, Mitarbeiterin des Magazins Running Attitude sowie Dozentin für Immunologie und praktizierende Biologin am Universitätsklinikum in Angers.

Ursprünglich komme ich vom Straßenlauf – ich habe rund zwanzig Marathons, dazu zahlreiche Halbmarathons und 10-km-Läufe absolviert. Außerdem war ich mehrere Jahre Tempomacherin im Club Run and Freedom, wo ich Läuferinnen und Läufer bei großen Rennen überall in Frankreich zu ihrer Zielzeit begleitet habe.

2019 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen einer Pressereise eine Etappe des Marathon des Sables kennenzulernen. Danach habe ich am Half Marathon des Sables teilgenommen – eine Entscheidung, die ich nach dem plötzlichen Tod meines Vaters getroffen habe. Die Einsamkeit während des Laufs in der Wüste, aber auch die Gemeinschaft, das gegenseitige Helfen und die Begegnungen am Biwak haben mir sehr beim Trauern geholfen – schmerzfrei und voller Ruhe. Diese Erfahrung hat mir endgültig gezeigt: Die Wüste ist der richtige Ort für mich.

Ich träume von einem echten Rennen in kompletter Selbstversorgung mitten in der Wüste.  

2021 ging dieser Traum in Erfüllung – ich stand am Start des Marathon des Sables, bei einer Ausgabe, die wohl niemand je vergessen wird: extreme Hitze mit Temperaturen über 55 °C, mehr als 50 % Aussteiger und der tragische Tod eines Teilnehmers am zweiten Tag. Für mich bedeutete es das vorzeitige Aus – eine beginnende Darmischämie und Dehydrierung zwangen mich beim langen Etappenlauf aus medizinischen Gründen zum Abbruch.

Was die Organisation angeht, komme ich meist später als die anderen im Zelt an. Dann ist mein Platz schon von Steinen befreit, das Feuer brennt – und ich bin diejenige, die tröstet. Kleinere Verletzungen versorge ich selbst, wenn es darüber hinausgeht, ist das medizinische Team des MDS wirklich erstklassig.

Natürlich will ich zurück – ich will finishen. Ich möchte diese so sehr erhoffte Medaille aus den Händen von Patrick Bauer bekommen, seinen Stolz in den Augen sehen und dabei selbst Tränen in den Augen haben. Ich will dieses besondere Gefühl der Solidarität im Biwak wieder erleben. Und ich will es schaffen: meine Ernährung selbst managen, meine Kräfte und Ressourcen gut einteilen – und mir für jede Etappe einen kleinen Genuss gönnen (genauer gesagt: ein bisschen Saucisson!).

Kommen wir zum Wesentlichen: Wie gehst du das Thema Ernährung während des Rennens an?

Der Marathon des Sables ist ein Rennen, bei dem die Selbstversorgung mit Nahrung schnell zur Sorge werden kann. Ernährung und Fußpflege sind die zwei großen Ängste zukünftiger Teilnehmender. Beim Thema Ernährung gibt es zwei Hauptbefürchtungen: nicht genug dabeizuhaben – und gleichzeitig alles selbst tragen zu müssen. Die Herausforderung besteht also darin, genug Essen mitzunehmen, das einem schmeckt, und dabei das Gewicht des Rucksacks so gering wie möglich zu halten.

Man gibt sein Bestes, indem man vor allem Gerichte auswählt, die man wirklich gern isst. Wenn man doch etwas zu viel dabei hat, wird einfach mit dem Zelt-Nachbarn getauscht. Denn der Taboulé, den man mittags jeden Tag kalt isst, kann einem irgendwann echt zum Hals raushängen – und man träumt von einem Curry mit Huhn und Reis!

Für die Zeit nach der Etappe ist es praktisch, ein Gericht einzuplanen, das kalt gegessen werden kann – wie eben der erwähnte Taboulé. Aber für den Abend sollte es ein echtes Wohlfühlessen sein. Ich persönlich bevorzuge Pasta mit Käse oder würziges Huhn mit Reis – das wärmt sogar noch extra und gibt ein gutes Gefühl. Ich bin auch ein großer Fan von Trockenfleisch (und echtem Saucisson!) – und generell eher Team „salzig“. Wobei… ganz unten im Rucksack versteckt sich trotzdem ein kleines Tütchen bunter Schokolinsen, die bekanntlich nicht in der Hand schmelzen – für das große Finale des MDS!

Testest du die Produkte im Voraus?

Vor der Covid-19-Pandemie hätte ich wahrscheinlich „Nein“ gesagt. Aber dann kam der erste Lockdown – und plötzlich hatte ich keine Zeit mehr, einkaufen zu gehen, weil ich durchgehend in medizinischen Bereitschaften und Diensten eingespannt war. Der MDS 2020 wurde verschoben, und so habe ich in einer Woche meine komplette Ration, die ich eigentlich für das Rennen vorgesehen hatte, aufgegessen. Also ja – ich habe definitiv alles getestet!

Im Nachhinein war das sehr hilfreich, denn das Sortiment bei Lyophilise & Co ist riesig – sowohl was Marken als auch Geschmacksrichtungen angeht. Man merkt dabei auch, dass manche Portionen, etwa beim Frühstück, locker für zwei reichen können.

Jetzt, nach meinem ersten MDS, weiß ich ganz genau, was ich beim nächsten Mal wieder mitnehme – und was nicht!

Welche Fehler sollte man in Sachen Ernährung beim Marathon des Sables vermeiden?

Man sollte darauf achten, keine gefriergetrockneten Gerichte mitzunehmen, die zu viel Wasser benötigen! Es kostet Zeit, ein Feuer zu machen und Wasser zu erhitzen. Und um den Bogen zur vorherigen Frage zu schlagen: Ich rate dringend davon ab, im Rennen etwas Neues auszuprobieren. Zum Beispiel eine gefriergetrocknete Tartiflette oder ein Aligot zu essen, ohne es vorher getestet zu haben – das ist ein echtes Risiko!

Man muss auch daran denken, dass es Tage geben kann, an denen man kein Feuer machen kann – dann muss man die Mahlzeit kalt essen. Das bedeutet: längere Rehydrierungszeit. Deshalb entscheiden sich viele Teilnehmer für einen kleinen Alkoholkocher, der unabhängig funktioniert.

Und ganz wichtig: Wenn man seine Gerichte umpackt, um Gewicht zu sparen, sollte man sich unbedingt die benötigte Wassermenge notieren. Denn ein Gericht mit zu viel Wasser schmeckt einfach nicht – auch wenn man am Ende im Wüstenalltag oft ein bisschen nach Gefühl arbeitet!

Gut zu wissen: Um Gewicht und Platz im Rucksack zu sparen, verpacken viele Teilnehmer ihre gefriergetrockneten Mahlzeiten in leichtere Beutel um.  

Mehr Infos dazu findest du in unserem … (hier würde z. B. ein Link zu einem Artikel, Guide oder Video folgen).Ratgeber zur Ernährung beim Marathon des Sables.

Wie genau verpackst du deine Produkte um?

Das war dieses Jahr die große Knobelaufgabe: Vakuumieren oder nicht vakuumieren? Am Ende braucht man locker einen halben Tag (wenn nicht mehr), um alles neu zu verpacken – so platzsparend wie möglich.

Ich habe eine Excel-Tabelle, in der ich alle ausgewählten Produkte mit Namen, Kalorien und Gewicht festhalte. Dann packe ich für jeden Tag einen großen Beutel – von Tag 1 bis Tag 7. Tag für Tag entpacke ich die Originalverpackung und verwende eine Folienschweißmaschine, um leichte Plastikbeutel zu verschließen – aber ohne Vakuum, damit die Beutel flexibel bleiben und sich gut der Form meines Rucksacks anpassen.

Auf jeden Beutel schreibe ich den Namen des Gerichts, die benötigte Wassermenge und die Kalorienanzahl. Jeder Tagesvorrat kommt dann in einen ultraleichten Gefrierbeutel, der mit einem permanenten Marker beschriftet ist. So kann ich jeden Tag einfach den passenden Beutel herausnehmen – mit allem drin: Frühstück, Kaffeepulver, Snack am Vormittag, Tagesverpflegung, Abendessen usw. Ich nutze das Esbit-Kochset mit einem kleinen Spirituskocher. Aber da auf dem Biwak oft schon ein echtes Feuer mit Holz brennt, profitieren meist alle im Zelt davon. Trotzdem, da ich meist nicht zu den Ersten gehöre, die ankommen, habe ich mein Wasser oft selbst mit einer Brennstofftablette im Topf erhitzt – und gleich in größerer Menge, um sowohl eine Suppe als auch ein warmes Hauptgericht zubereiten zu können.

Morgens für meinen Kaffee: Entweder bekam ich etwas heißes Wasser von einem anderen Teilnehmer – oder eben kalt. Man passt sich an, und genau das ist auch das Schöne an so einem Abenteuer!

Ich benutze denkleinen roten Faltbecher von Lyophilise & Co, in den ich mein Gericht fülle und dann das Wasser dazugieße. Für Suppe oder Kompott ist mein absoluter Biwak-Tipp: Der Boden einer abgeschnittenen Plastikflasche – simpel, leicht, praktisch und überraschend stylisch.

Außerdem habe ich meine „Cuitochette“, auch Spork genannt – also Löffel, Gabel und Messer in einem. Aus ultraleichtem Titan, versteht sich.  

Was mir besonders 2021 klar geworden ist (als die Temperaturen täglich über 50 °C lagen): Auch wenn’s heiß ist, ein warmes Essen ist unglaublich wohltuend – für den Körper und vor allem für den Kopf. Und erst recht, wenn es Pasta mit Käse ist!

Hältst du dich an die empfohlene Rehydrierungszeit – oder wartest du lieber länger?

In der Regel nicht – aber ich zwinge mich dazu zu warten, weil ich genau weiß: Wenn ich zu früh esse, knirscht’s zwischen den Zähnen – und das mag ich gar nicht.

Also nutze ich die Zeit, um etwas anderes zu machen (oder zumindest daran zu denken!): ein bisschen Wäsche waschen, mit den Zeltnachbarn quatschen, den Moment genießen, runterkommen… Einfach das Tempo des Biwaks annehmen und sich erlauben, kurz durchzuatmen.

Wie hältst du dich während des Rennens hydriert?

Da wir schon vor dem Start wussten, dass die Temperaturen extrem sein würden, habe ich vorausschauend geplant: Zwei Softflasks à 600 ml an den Schultergurten meines Rucksacks, eine 1,5-Liter-Flasche in einem speziell dafür vorgesehenen Fach vorne am Rucksack – und zusätzlich noch die Möglichkeit, eine zweite 1,5-Liter-Flasche irgendwo unterzubringen… Und dieser „für alle Fälle“-Plan war definitiv nicht übertrieben!

Bei über 50 °C (122 °F) kam der Körper schnell an seine Grenzen. Deshalb war es wichtig, regelmäßig in kleinen Schlucken zu trinken – und sich zusätzlich immer wieder den Kopf mit Wasser zu benetzen, vor allem die Kappe, um der Hitzebelastung entgegenzuwirken.

Ich habe ausschließlich Wasser getrunken – und dazu die vom Veranstalter ausgegebenen Salztabletten: ein bis zwei alle 5 Kilometer.

Gut zu wissen: Durch das Schwitzen verliert der Körper viele Vitamine und Mineralstoffe – dieser Verlust muss unbedingt ausgeglichen werden.  

Eine Möglichkeit dafür sind Salzkapseln, die gezielt Natrium und andere Elektrolyte zuführen.  

Alternativ kannst du auch Elektrolyttabletten in dein Trinkwasser geben – sie sorgen nicht nur für den nötigen Ausgleich, sondern machen das Wasser auch geschmacklich etwas angenehmer.

Zum Schluss: Wie erholst du dich abends? Was isst du im Camp?

Ich habe so viele Recovery-Produkte nach Straßenmarathons genommen, dass ich mittlerweile von vielen Geschmacksrichtungen richtiggehend die Nase voll habe. Deshalb setze ich abends lieber auf Gemüsesuppen, kombiniert mit etwas Saucisson und Trockenfleisch – einfach, herzhaft und gut verträglich.

Und ganz wichtig: Ich trinke abends immer sehr viel – auch wenn das bedeutet, dass ich nachts im Wüstensand aufstehen muss, um zur „Toilette“ zu gehen!

Süßes hebe ich mir für den Morgen auf – zum Frühstück. Ob gefriergetrocknete Beeren, Schoko-Müsli oder mein kleiner Geheimtipp: der Kokos-Riegel von Rapunzel. Der ist für mich der Inbegriff von Komfortfood – und sorgt schon morgens für gute Laune!

Un mot sur Lyophilise & Co 🌶

Basée à Lorient, Lyophilise & Co est la référence en matière de repas lyophilisés et de matériel outdoor de haute qualité. Que vous soyez randonneur, skipper, traileur, amateur de bushcraft ou passionné de bivouac, nous vous proposons une large gamme de produits techniques adaptés à toutes vos aventures. Avec plus de 2 000 références disponibles, nous vous accompagnons dans vos expéditions, en France comme à l’international.

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☎ 02 97 87 23 73
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